Wanderrückblicke
Die geführten Wanderungen werden von unseren Wanderleiterinnen und Wanderleitern mit viel Engagement vorbereitet und durchgeführt. Rückblicke auf die schönen Erlebnisse und Wanderungen findest du hier.
Genuss am See, 1. Mai
Es war «Maibummelwanderwetter», wie es im Buche steht. Nach dem gemütlichen Startkaffee in der Residenz Am Schärme in Sarnen wanderte die gut gelaunte Gruppe zur Lourdesgrotte und weiter Richtung Flüli-Ranft. Auf dem Weg ging es vorbei an Bauernhöfen, schönen Hosteten mit vielen Hochstamm-Obstbäumen in voller Blütenpracht. Weiter ging es entlang der Kante der Schlucht der Grossen Melchaa bis zur eindrücklichen Hohen Brücke. Die 1893 erbaute und 1943 vom Militär ersetzte Hohe Brücke gilt als höchste gedeckte Holzbrücke Europas. Sie misst 30 Meter Spannweite und thront 100 Meter über dem Wasserspiegel. Der gleichmässige Aufstieg endete bei der im Jahr 1618 erbauten Kapelle von Flüeli-Ranft. Die Wandertruppe traf zum Geläut ein. Es wurde eine Pause eingelegt: Egal, ob man einfach nur verweilte, sich verpflegte, Fotos machte oder die Kapelle besichtigte – alles hatte Zeit. Sanft ging es danach auf einem sehr lauschigen, schmalen Pfad bergab, über die frisch gemähten Wiesen, besäumt von Hecken, die sehr gut für die Biodiversität sind. Währenddessen konnte man die Aussicht auf den Sarnersee geniessen. Ausserdem beobachteten wir auf der abwechslungsreichen Wanderung verschieden Tiere und Pflanzen. In Sachseln angekommen, besichtigten wir noch kurz die eindrückliche, 1684 geweihte Wallfahrtskirche. Ihre mächtigen, schwarzen monolithischen Säulen wurden in der Stöckalp aus dem schwarzen Kalkstein gebrochen und nach Sachseln gebracht. Ein Besuch im Gasthaus Engel in Sachseln lohnt sich auch. Wir wurden vorzüglich bedient und mit köstlichen Speisen, Getränken und Desserts verwöhnt. Nach der ausgiebigen Mittagspause spazierten wir dem schönen Seeufer entlang nach Sarnen, wo die tolle Wanderung ihren Abschluss fand. Herzlichen Dank allen Teilnehmenden – wir freuen uns auf die nächsten Begegnungen mit euch!
Text: Michael Ritter, Simon Johner
Bild: Michael Ritter
Brünig–Hasliberg, 4. & 7. März
Die Definition einer Winterwanderung sei jedem selbst überlassen. So oder so macht es Spass, bei prächtigem Wetter wandern zu dürfen. Die Gute-Laune-Wanderung begann schon beim Startkaffee mit Züpfe im Restaurant Waldegg. Ein top motiviertes Team erwartete uns beim Eingang und verabschiedete uns später mit guten Wünschen zum guten Gelingen der Wanderung. Durch den herrlichen Buchenwald schlängelt sich der Weg zum Aussichtspunkt. Eine Trinkpause mit herrlicher Aussicht war dort angesagt. Dank der intensiven Vorbereitung von Marie-Theres erhielten alle sichtbaren Gipfel den richtigen Namen. Bravo und ein grosses Merci! Weiter ging es nach Hohfluh, das nächste Dorf vom Hasliberg. Danach begann der schweisstreibende Aufstieg bis Wasserwendi bei Temperaturen fast wie im Vorsommer. Frühlingsblumen erfreuten das Auge und das Herz. Eine einsame Gämse liess sich von uns nicht stören. Zum Mittagshalt gab es dann fast keinen besseren Platz: Liegestühle, Kiosk und einen Badesee erwarteten uns. Wer Lust und Mut hatte, durfte sich ins Wasser wagen – doch die Mutigen fehlten. Der weitere Weg punktete mit Weitblick in die Berner Alpen. Im Gegensatz zur ersten Wanderung mit klarem Himmel war die Sicht bei der zweiten Wanderung durch den Saharastaub getrübt. Der guten Stimmung schadete dies aber nicht. Schon bald begann der gemächliche Abstieg zum Tagesziel in Reuti. Vorher galt es noch, die Abfahrtspiste zu queren und auf den gut zehn Metern Schnee kam doch noch kurz das Gefühl einer Winterwanderung auf. Bei der Bergstation der Kabinenbahn nach Meiringen endet die Tour. Ein abwechslungsreiches Angebot der Berner Wanderwege mit vielen interessanten Aussichten ist Vergangenheit. Den Teilnehmenden gebührt ein grosser Dank für die stets angenehme und gute Stimmung.
Text: Hans-Peter Truttmann, Marie-Theres Meyer
Bild: Hans-Peter-Truttmann
Vollmondwanderung, 30. Januar
Zu später Stunde stiegen in Fraubrunnen 25 vorfreudige Wandersleute aus der orangenen Bahn. Durch die dunkle Nacht spazierte die Gruppe vorbei an der hell beleuchten Kirche. Der Himmel war von dicken Wolken verhangen, trotzdem war die Stimmung sehr gut. Genau zur Pause gab es eine grosse Wolkenlücke und der fast volle Mond zeigte sich für die erste Fotosession von der schönsten Seite. Die Wolken wurden weniger. Venus, Orion und viele Sterne leuchteten hell – die Lampen brauchte niemand anzuzünden. Über den Feldern gab es kleine Nebelschwaden, die vom Mondschein beleuchtet wurden. Es war magisch. Nach gut 2,5 Stunden kamen wir am Bahnhof Jegenstorf an, der Endstation der Wanderung. Nach dieser tollen Nacht strahlten die Augen der Teilnehmenden mit den funkelnden Sternen um die Wette.
Text: Michael Ritter
Bild: Anita Kiener
La Sagne, 7. & 11. Januar
Zwei ganz verschiedene Wetterszenarien erwarteten die Teilnehmenden an der doppelt angebotenen Schneeschuh-Tour im Neuenburger Jura. Beim ersten Mal eisig kalt, fast kein Schnee, aber Sonnenschein. Die Schneeschuhe wurden deshalb im Keller gelassen. Damit doch noch eine gute und interessante Winterwanderung zustande kam, verlängerten die Leiter die Strecke. Mittagsrast wurde bei den schönen Jura-Wettertannen an der wärmenden Sonne gemacht. Das Tagesziel, La Sagne Eglise, erreichte man – zeitlich gut getimt – kurz vor der Abfahrt des Zuges erreicht. Ganz anders war es bei der zweiten Durchführung: circa 30 Zentimeter Neuschnee, Nebel und erst im letzten Abschnitt Sonne. Für einige Teilnehmenden war es ihre Schneeschuh-Premiere. Verständlich, seit Ende November fehlte die weisse Unterlage fast überall. Der erste Teil auf der gespurten Langlaufloipe war zum Aufwärmen gedacht. Nicht immer ging es so leicht vorwärts. Das «Spuren» im Neuschnee brauchte doch einige Kraft. Der kühlen Witterung geschuldet, wurden keine längeren Pausen verordnet. Nur zögerlich zeigte sich die Sonne. Das störte aber nicht gross, zu atemberaubend zeigte sich die Winterlandschaft. So boten die zwei Anlässe für alle Teilnehmenden etwas: Schnee, Sonne Wind, Kälte und unvergessliche Eindrücke. Herzlichen Dank an euch, es war schön mit euch unterwegs zu sein.
Text: Hans-Peter Truttmann, Michael Ritter
Bild: Hans-Peter Truttmann
Weihnachtswanderung, 4. Dezember
Das Wanderjahr war fast zu Ende, Weihnachten näherte sich mit grossen Schritten. Es war Zeit, den Weg nach Bethlehem unter die Wanderschuhe zu nehmen. St. Antoni, im freiburgischen Sensebezirk, begrüsste uns mit Kirchengeläut. Der Wetterbericht verhiess angenehmes Wanderwetter. Die Bergkapelle St. Antoni liessen wir rechts stehen – ein steiler Felsenweg würde zu ihr hinaufführen, doch der Tag hielt noch genug Höhenmeter für uns bereit. Das nasse Laub auf dem Weg dämpfte unsere Schritte. Im Tavernatal überquerten wir den gleichnamigen Bach. Gagemüli, Mülizelg und Vetterwil – geschichtlich interessante Ortsnamen säumten den Weg. Zwei schön renovierte Speicher verlangten bildlich festgehalten zu werden. Heitiwil, ohne Heitistude (Berndeutsch für Heidelbeerstauden), durchquerten wir mit Blick auf den Picknick-Platz. Bis in die Hochalpen reicht die Aussicht im Normalfall, an diesem Tag leider nur bis zum Gurten. Dann, endlich ein Wegweiser Richtung Bethlehem, dem Zwischenziel. Und was für eine Überraschung wartete auf die Weihnachtswandernden. Der Tisch war gedeckt mit Selbstgebackenem, dazwischen die Krippe mit dem Jesuskind, bewacht von Engeln. Im Bus warteten Tee und Punsch darauf, gekostet zu werden. Tausend Dank an Fabienne, Anita und Alfred, der Wow-Effekt ist gelungen. Noch war das Tagesziel aber nicht erreicht. Gestärkt nahmen wir Anlauf auf das nächste Highlight. Bevor wir der Marienkapelle auf dem Zirkel mit den wunderbaren Glasfenstern einen Besuch abstatteten, winkte von unten die Taverna, der wir ja schon einmal begegnet waren. Noch ein kurzer, «giftiger» Aufstieg, dann war es vollbracht. Der Bahnhof Wünnewil wartete schon auf uns. Herzlichen Dank an alle, die zu diesem abwechslungsreichen Wanderabschluss beigetragen haben. Wir freuen uns auf das kommende Wanderjahr, wieder mit vielen interessanten Erlebnissen.
Text: Hans-Peter Truttmann, Anita Kiener
Bild: Anita Kiener
Durch die Freiberge, 12. Oktober
Die Wanderung mit mir, Leiter Hansruedi Kull, und Co-Leiter Hans-Peter Truttmann war mit 30 Teilnehmenden ausgebucht. Dazu kamen aber noch meine zwei Töchter und zwei Enkel – es war nämlich die letzte Wanderung, die ich für die Berner Wanderwege leitete. Als der Zug in Moutier den Tunnel verliess, gab es dort Sonne. Das liess uns auf eine sonnige Wanderung hoffen. Delémont erreichten wir mit so viel Verspätung, dass unser Anschlusszug abgefahren war. Zum Glück gibt es dort am Bahnhof genügend Cafés, sodass wir die Stunde angenehm hinter uns bringen konnten. Leider hatten wir dann keine Zeit, um im «Buffet de la Gare» in La Combe einzukehren. Dafür empfingen uns beim Ausstieg aus dem Zug strahlende Sonne und blauer Himmel, die uns bis zum Schluss der Wanderung treu blieben! Die Wanderung auf und ab durch die östlichen Freiberge war recht gemütlich, aber die Kühe hatten aus der Weide, die wir durchquerten, einen ziemlichen Morast gemacht. Im Dorf Les Genevez mussten wir erkennen, dass wir es nicht auf den vorgesehenen Zug in Tramelan schaffen würden. Wir machten deshalb eine lange Pause auf der Krete, auf der wir auf die ViaBerna gestossen waren. Der Abstieg nach Tramelan gestaltete sich nicht so schlimm, wie man erwartet hatte. Trotz Ankunfts- und Abfahrtsverspätungen war die Wanderung bei schönstem Wetter toll!
Text: Hansruedi Kull
Bild: Barbara Kull
Surselva: Wandern und schlemmen, 14.–18. September
Nach der längeren Anreise und dem Bezug der Zimmer erkundete die bestens gelaunte Gruppe zuerst einmal das Dorf Waltensburg. Das langgezogene Dorf liegt mitten in der prächtigen Natur der Surselva. Das erste Highlight war die sehr gut erhaltene Burgruine Jörgenberg, rätoromanisch Munt sogn Gieri. Dies ist die Grösste Burganlage der Surselva. Das Essen sowie das Frühstück am nächsten Morgen waren phänomenal, so wie es immer ist im wunderbaren Hotel Ucliva. An dieser Stelle ein grosses Dankeschön an die Gastgeberin Ursula Wilhelm und ihr ganzes Team. Das Wetter am zweiten Tag war wiederum prächtig – ein richtiger Sommertag. Die Wanderung durch die Rheinschlucht zur Aussichtsplattform Il Spir war grossartig. Der Ausblick über die ganze Schlucht ist dort einfach gewaltig. Der Weg nach Flims Waldhaus führte vorbei am idyllischen türkis-grünen Caumasee, wo man einfach eintauchen muss. Am dritten Tag war es herbstlich. Dicke Nebelschwaden hingen an den Bergflanken der Surselva. Zwischendurch blinzte kurz die Sonne durch, bevor es wieder zuzog. Nach Pigniu wurde es immer besser, der Nebel verzog sich und die Sonne kam hervor. Die Landschaft um den Lag da Pigniu erinnerte die Gruppe etwas an den Norden. Auch hier konnte man baden; das Wasser habe allerdings nur circa 5 Grad, haben wir im Hotel erfahren. Der vierte Wandertag startete in Schlans, etwas weiter hinten im doch 70 Kilometer langen Tal. Recht steil führte der Weg über Alpweiden hinauf zum Aussichtspunkt Grep da Plaids. Dann ging es über Brigels nach Waltensburg bis zum Hotel. Nach der letzten Nacht im Hotel Ucliva war die Brigels Runde angesagt. Vom Hotel aus wanderten wir zum Stausee Brigels bis ins Dorf. Bei der Bäckerei, in der Käserei und beim Metzger konnten alle, die wollten, noch etwas Kulinarisches für zu Hause einkaufen. Mit gut gefüllten Rucksäcken wanderten wir dann den Höhenweg zurück nach Waltensburg, wo wir dann glücklich und zufrieden unsere Heimreise antraten. Es war mir eine Freude zusammen mit Marie-Theres und Sophie die Wandertage in der Surselva zu leiten.
Text und Bild: Michael Ritter
Viel Aussicht über den Tälern, 12. September
18 Teilnehmende nahmen unter der Leitung von Hansruedi Kull und Guy Schneider auf der Südseite des Bahnhofs von La Chaux-de-Fonds den Lift. Im Bernbiet hatte es noch geregnet. Auf unserer Wanderung wurde das Wetter aber immer schöner, und zuletzt mussten wir uns eher vor der Sonne schützen. Nach einem einstündigen Aufstieg erreichten wir die Krete «Communal de la Sagne», über welche sich auf der ganzen Länge eine Naturstrasse zieht. Besonders originell sind die Baumstämme, in die eine Ecke als Sitzbank eingesägt ist. Natürlich benutzten wir solche für unsere Mittagspause. Der folgende Abschnitt ging grossteils in stetem Auf und Ab durch Wald. Fast auf dem höchsten Punkt erreichten wir die Auberge du Grand-Sommartel, in der wir einkehrten. Ein besonderes Highlight waren die Cornets, Bretzeli-Rollen mit Rahm und Caramel gefüllt. Eine kleine Herausforderung gab es am Schluss beim Abstieg nach Les Ponts-de-Martel auf glitschigem Pfad durch die Pouette Combe.
Text und Bild: Hansruedi Kull
Katzensprung 3: Chatz u Muus, 24. August
Ja, auch Rinder und Kälber mögen Chatz u Muus. Die beiden Felsköpfe in der Stockhornkette, die von weitem betrachtet an eine Katze und eine Maus erinnern, waren das Ziel der Wanderung von Blumenstein über den Walalpgrat bis ins Chrindi. Schon die Anfahrt war besonders. Der STI-Bus von Thun nach Blumenstein musste nämlich wegen dem gleichzeitig stattfindenden Ironman 2025 etwas von der üblichen Route ausweichen und fuhr ein Stück weit auf der Panzerpiste Richtung Uebeschi. In Blumenstein erlebten wir gerade die Durchfahrt der Radathleten. Doch wurde der planmässige Start unsere Wanderung zur Stockhornkette nicht weiter beeinträchtigt. Lang ist der Aufstieg von der Kirche Blumenstein über die Chrümmelwäge hinauf auf den Grat. Das Wetter war perfekt und besonders unten im Tal wurde es schon angenehm warm. Oben, etwas südwestlich von Chatz u Muus, machten wir Mittagshalt. Das Stockhorn versteckte sich immer wieder in Nebelschwaden, die sich kurzzeitig wieder hoben und uns eine zauberhafte Stimmung bescherten. Einige Teilnehmende liessen es sich nicht nehmen, dem Gipfel Chatz noch einen Besuch abzustatten. Besuch erhielt die Gruppe auch von mehreren neugierigen Grauviehkälbern, die unsere Rucksäcke und unser Picknick genau unter die Lupe, beziehungsweise unter Nase und Zunge nahmen. Besonders angetan waren sie von den Plastikbechern mit den kleinen Kostproben des Rotweins «Chatzumuus». Der Wein aus dem Seftiger Weinberg musste natürlich vor allem seines Namens wegen mit auf den Berg. Nach Weinkostprobe und neugierigen Rindern ging es für uns weiter Richtung Obere Walalp und Bättelwägli. Nach neuem kurzem Aufstieg tat sich plötzlich vor unserem Blicken die wunderschöne Sicht auf den Oberstockensee auf. Wir zogen weite zur Oberstockenalp, wo es für die Mehrheit einen Besuch im Gasthaus gab. Zwei Teilnehmerinnen bestiegen von dort aus gleich noch das Stockhorn. Die Wanderung endete in der Zwischenstation Chrindi der Stockhornbahn.
Text und Bild: Simon Johner
Côtes du Doubs, 17. August
Der Doubs schlängelt sich im Neuenburger Jura durch eine wilde und romantische Landschaft, die Côtes du Doubs. In das mehrere hundert Meter tiefe Tal, das teilweise auch an eine Schlucht erinnert, führte die Wanderung der Berner Wanderwege. Nach dem Abstieg von Les Planchettes nach le Chatelot verlief der Wanderweg entlang von alten knorrigen, mit Moos bewachsenen Bäumen. Immer in Sichtweite war der Doubs, der hier die Grenze zwischen der Schweiz und Frankreich markiert und noch ein naturnahes, kaum verbautes Gewässer sein darf, das auch dem bedrohten Fisch Roi de Doubs einen Lebensraum zu bieten vermag. Beim Maison-Monsieur endete das schöne Wandererlebnis für die fast 30-köpfige Wandergruppe.
Text: Godi Huber, Marie-Theres Meyer
Bild: Godi Huber
Erdmannlistei, 26. Juli
Dass es sich auch im Kanton Aargau schön wandern lässt, durfte die Wandergruppe der Berner Wanderwege im Freiamt erleben. Kurz nach dem Start in Besenbüren, gab es einen ersten Halt bei der Nachbildung der Grotte von Lourdes. Es folgten ausgedehnte Wälder, zauberhafte Figuren warteten am Sagenweg und der Waldteich Cholmoos mit den rosa Seerosen lud zum Staunen und Picknicken ein. Frisch gestärkt traf die Wandergruppe wenig später auf den Bättlerstei und den Erdmannlistei. Mythen und Geschichten ranken sich um die riesigen Findlinge im Freiämter Buchen- und Tannenwald. Trotz ungünstiger Wetterprognose erreichte die Gruppe das historische Städtchen Bremgarten an der Reuss trockenen Fusses.
Text: Godi Huber, Anita Kiener
Bild: Anita Kiener
U jetzt wie mer eis jödele, 11. Juli
Unter dem Motto «Jetz wei mer eis jödele» machten sich 39 gut gelaunte Teilnehmende auf die Rundwanderung, den «Jodlerweg», oberhalb von St. Stephan – begleitet von grandioser Aussicht und herzerwärmenden Jodelklängen. Auf der Alp Dürrewald angekommen, tauchten wir ein in diese beeindruckende Bergwelt – getragen von den berührenden Melodien des Komponisten Ueli Moor. Eine besondere Überraschung: der Meister selbst war an diesem Tag ebenfalls unterwegs. Beim «Stii» (Stein) durften wir seinem Naturjutz (Naturjodel) lauschen und dem grandiosen Echo nachspüren – ein Hühnerhautmoment. Bereits zuvor hörten wir das Lied «e schöni Zyt», wenn auch aus der Dose – doch selbst so ging der Text an diesem Platz, hier wo dieses Lied komponiert wurde, direkt ins Herz. Weiter ging es aufwärts Richtung Grat, wo sich das Panorama weit öffnete – ein neuer Blick Richtung Wildstrubel, Adelboden und Lenk. Mit einem «Gruess a d’Lenk» stiegen wir weiter auf zum Gipfel des Flöschhore. Oben angekommen, brachte uns das Lied «Was i gspüre» zur Mittagsrast voller Dankbarkeit und Weitsicht. Vor dem Abmarsch durften wir dann noch gemeinsam mit Ueli Moor «d’Bärgwanderig» singen – und wir wussten ja nun definitiv, dass «chli jutze» (ein bisschen jauchzen oder freudig rufen) auch gesund ist. Botanisch hatte diese Wanderung ebenfalls wieder einiges zu bieten. Bereits beim Aufstieg begeisterte die Blumenvielfalt. Die Botanikerinnen und Botaniker unter uns kamen voll auf ihre Kosten. Besonders erfreulich: das Entdecken des Allermannsharnisch, der Kugelorchis, des Alpen-Berufskrauts der Gattung Asteraceae und des zahlreichen Männertreus. Der Blick zurück zeigte, wie rasch wir an Höhe verloren hatten. Zurück auf der Alp Dürrewald genossen wir zum Abschluss feinen Hobelkäse oder Meringue. Ein letzter Blick hoch zum Flöschhore und ein Naturjutz von Ueli – dann brachten uns die Busse des örtlichen Taxiunternehmens zurück nach St. Stephan brachten.
Text: Anita Kiener, Hansruedi Gafner
Bild: Anita Kiener
Genuss am See, 12. Juni
Genussvoll startete der Tag beim Kaffee im Marina, direkt bei der Schiffsanlegestelle Interlaken Ost. Die Gruppe war vergnügt und zufrieden. Auch das Wetter war bestens, sonnig und schön warm. Gemütlich starteten wir durch den Englischen Garten und folgten dann auf der rechten Seite der Aare dem Kanal nach Unterseen. Nach den schönen Städtli waren wir schon ganz in der Natur. Bei der Ruine Weissenburg, welche es wirklich zu besuchen lohnt, machten wir Pause. Die Mauern wirken majestätisch. Interessant sind auch die Infotafeln, die mehr über die Geschichte erzählen. Die Aussicht von oben war phänomenal. Die Stege direkt am oder teils sogar auf dem Wasser der Auenlandschaft des Schutzgebietes waren gut zu begehen und führten uns zum Neuhaus am See. Dort, bei schönem Ambiente und sehr gutem Service, genossen wir unser Mittagessen. Sogar für ein kurzes Bad im See reichte die Zeit noch, bevor wir weitergingen. Nach einem kurzen Anstieg führte uns der Weg circa 50 Meter über dem Seespiegel durch einen lichten Wald. Wir genossen schöne Blicke zum See und den umliegenden Bergen. Bei Sundlauenen kamen wir pünktlich zum Schiffsteg und konnten auf dem Raddampfer Blüemlisalp die Fahrt nach Thun geniessen. Schön war’s!
Text: Michael Ritter, Marie-Theres Meyer
Bild: Michael Ritter
Grenzenlos wandern Nr. 3, 11. Juni
Die dritte Wanderung mit dem Thema «Grenzenlos wandern» überquerte die Sprachgrenze und verlief vom deutschsprechenden Kanton Solothurn in den französischsprechenden Kanton Jura. Gestartet wurde in Kleinlützel, einer solothurnischen Exklave. Viele Waldpartien sorgten dafür, dass man die Hitze nicht so stark spürte. Beim Drei-Kantone-Fels treffen die Wanderwege von Basel-Landschaft, Solothurn und Jura zusammen. Auf die Erkletterung wurde verzichtet, denn es ist zu gefährlich. Mal links und mal rechts der Grenze leitete der Weg zum Aussichtspunkt Habschällä, der zugleich Picknickplatz ist. Gestärkt ging es weiter im jüngsten Schweizer Kanton. Beim Hof La Réselle waren Freileitungsmonteure damit beschäftigt, die Hochspannungsmasten frisch zu streichen. Wie Vögel haben sie von ihrem aussichtsreichen Arbeitsplatz gewunken. Der angenehme Abstieg endete bei den Fischweihern Etang de la Réselle. Bis zur Busstation in Soyhières heizte die Sonne noch mal recht ein. Die verdiente Glace verkürzte die Wartezeit bis zur Abfahrt des Linienbusses nach Delémont. Die Zusatzwanderung zum gleichen Thema fiel leider buchstäblich ins Wasser.
Text: Hans-Peter Truttmann, Fritz Brönnimann
Bild: Hans-Peter Truttmann
Hallwilersee, 1. Mai
Nach dem Startkaffee beim Camping Mosen begannen wir die Genusswanderung bei traumhaftem Wetter. Der Weg führte dem Ufer des Hallwilersees entlang, sehr angenehm im lichten Wäldchen und vorbei an wunderschönen kleinen Buchten. Immer wieder sahen wir mächtige Bäume, deren Äste fast bis ins Wasser ragten. Andere Bäume, die umgeknickt waren, lagen im See und dienen als Laichplätze für die Fische. Am Seeufer findet man viele lauschige Picknickplätze und Sitzbänke für Pausen. Das Ambiente und die Aussicht auf den See waren hervorragend; wir hatten wirklich einen Traumtag erwischt. Die tolle Landschaft sowie gute Gespräche liessen die Zeit im Flug vergehen und so kamen wir schon am Restaurant «Schifflände» in Birrwil an. Wir hatten reserviert – zum Glück –, denn die Seeterrasse war proppenvoll. Der Service, das Essen, das Ambiente und die Aussicht waren phänomenal; vielen Dank an das Schifflände-Team. Gestärkt nahmen wir den zweiten Teil der Wanderung in Angriff. Es war nicht mehr so schattig wie am Anfang und deshalb doch schon recht warm. Nach einer kurzen Trinkpause führte der Weg dann weg vom See hinauf nach Boniswil, dem Schlusspunkt der sehr abwechslungsreichen, schönen Wanderung, die mit einem leckeren Glace endete.
Text: Michael Ritter, Godi Huber
Bild: Michael Ritter
Bluescht-Wanderung, 10. & 13. April
Mit Blueschtwanderungen ist es so eine Sache: Passt es der Natur, genau dann zu blühen, wenn die Berner Wanderwege es wünschen? Es hat nicht schlecht gepasst bei den zwei Besuchen im oberen Baselbiet. Warmes Frühlingswetter am Donnerstag, ideales und trockenes Wanderwetter am Sonntag. Nach dem Start bot sich ein schöner Blick auf das kleine unbekannte Dorf Rothenfluh mit der namensgebenden «Roten Fluh». Beim ersten Halt bei den Talweihern erzählt eine Infotafel, wie das Naturschutzgebiet entstand. Das Ergolztal mit Bärlauch im Überfluss zieht sich bis zum Dorfrand von Oltingen. Nach einem kurzen Aufstieg weitete sich der Blick über das Oberbaselbiet. Die Kirschbäume begannen gerade zu blühen: Eine Woche Sonnenschein und sie leuchteten in voller Pracht. In Wenslingen fielen die schönen alten Häuser auf; sie bilden ein harmonisches Dorfbild. Der Picknickplatz wurde nach einem kniffligen Abstieg in Beschlag genommen. Beruhigend und appetitanregend plätscherte der Eibach vorbei. Listig schaute ein Rabe hinter einem Baum hervor und erwartete ein paar Brotkrumen. Nach einem weiteren Anstieg fand man sich auf einer Hochebene wieder und genoss den Weitblick. Rünenberg ist landläufig als das «Posamenterdorf» des Oberbaselbiets bekannt. Im Hofladen wurde allerlei Ess- und Trinkbares gekauft. Gross ist die Auswahl, normal der Preis. Ein leises Rauschen kündigte den Wasserfall Giessen an, der – dem fehlenden Regen geschuldet – nur wenig Wasser führte. Von hier begleitete uns der Chrintelbach bis zum Tagesziel Sommerau. Es blieb Zeit zur Verabschiedung, bis wir mit dem «Läufelfingerli» nach Olten zurückkehrten. Zwei Wandertage mit aufgestellten Teilnehmenden sind Vergangenheit: Herzlichen Dank an alle, die dazu beigetragen haben. Vielleicht kehren einige nochmals zurück in dieses interessante und liebliche Gebiet.
Text: Hans-Peter Truttmann, Fritz Brönnimann
Bild: Hans-Peter Truttmann
Durch das obere Broyetal, 21. März
Nach dem Winterprogramm mit Schneeschuhtouren und Winterwanderungen lockte der erste Frühlingsausflug mit angenehmen Temperaturen, ersten Blumenteppichen, transparenten Wäldern und fröhlichem Vogelgezwitscher. Und zum Schluss wartete ein kulinarischer Leckerbissen. Doch alles der Reihe nach. Zum Auftakt stärkte sich die Gruppe mit Kaffee und Gipfeli in der Auberge de l’Union in Palézieux. Fabrice, der Besitzer aus der Normandie, ist nicht nur ein äusserst charmanter Gastgeber, sondern er ist auch über die Region bekannt für seine exquisite Küche. Dann ging es los. Der erste Teil der Wanderung führte über Palézieux-Village nach Oron-la-Ville. Zu Beginn verlief der Weg der idyllischen Broye entlang, die hier weitgehend unverbaut ist und sich ihr Bett frei gestalten kann. Weiter ging es abwechselnd über offene Felder und ein Waldstück mit zahlreichen Frühlingsblumen. Trotz der trüben Sicht infolge Saharastaub, war das Panorama vom Moléson über die freiburgischen und waadtländischen Voralpen, die Dents du Midi bis hin zum französischen Chablais gut sichtbar. Von Oron-la-Ville ging es hinauf nach Chapelle zum Kulminationspunkt der Wanderung. Dabei folgt der Weg zu Beginn dem verträumten Bach Le Flon, der hier die Grenze zwischen Waadt und Freiburg bildet. Beim Kirchlein, auf dem höchsten Punkt der Gemeinde Chapelle gebaut und mit sehenswerten modernen Glasfenstern ausgestattet, genossen die Teilnehmenden bei wärmendem Sonnenschein Picknick und Aussicht. Danach führte die Wanderung zuerst entlang der Eisenbahnhauptachse Bern–Lausanne, anschliessend durch lichtdurchflutete Wälder mit romantischen Bachläufen – und dann stand die Gruppe plötzlich vor der imposanten Kulisse von Rue, der kleinsten Stadt Europas, die mit ihrem von Weitem sichtbaren Schloss auf einer Molasse-Krete thront. Schnell waren die letzten Meter bis zur bekannten Crêperie La Bretonne hinter sich gebracht. Dank der bereits auf dem Hinweg aufgegebenen Bestellung waren die Crêpes und Galettes schnell zum Genuss bereit und erfreuten unsere Gaumen. Die Verspätung eines nach Fahrplan früheren Buses Richtung Romont nutzten wir aus, und erreichten Bern deshalb eine halbe Stunde früher als geplant.
Text: Guy Schneider, Anita Kiener
Bild: Anita Kiener
Wasenalp, 13. & 16. Februar
Zwei unterschiedliche Wetterlagen erwarteten die Teilnehmenden im Simplongebiet. Tour 1 brillierte nicht gerade mit Sonne – zaghaft schaute sie zeitweilig durch den Hochnebel. Das störte das erwartungsvolle Grüpplein allerdings nicht so sehr. Leichter Schneefall verzauberte den Lärchenwald, als wir gemütlich den langen Aufstieg zum höchsten Punkt bei der Bergstation des Skiliftes begannen. Das Dröhnen der Lastwagen auf der Passstrasse störte nur am Anfang. Je höher wir kamen, desto ruhiger war es! Auch der Wind passte sich der ruhigen Stimmung an. Beim Überqueren des Schleppliftes staunte man über die Steilheit des Trassees. Keine Skifahrer am Lift und im Restaurant «Mäderlicka» – man hatte Platz und Zeit, sich nach dem Picknick einen Kaffee zu genehmigen. Weiter führte der Schneeschuh-Trail bergab zur Wasenalp mit dem gleichnamigen Restaurant. Hauskaffee und Dessert waren angesagt. Es blieb genügend Zeit, die gluschtigen Sachen zu geniessen. Leider verschleierte der Nebel den Blick ins Tal. Trotzdem liess sich die exzellente Lage des Restaurants erahnen. Ganz anders zeigte sich das Wallis bei Tour 2. Es war genügend Platz im Postauto dank der Extrafahrt. Gestartet noch im Schatten, wand sich die Spur der Sonne entgegen. Die Querung des Skiliftes bot auch bei der zweiten Tour keine Schwierigkeiten. Nun hiess es: Ja nicht den Stock verlieren – dieser würde bis ins Tal rutschen. Angekommen an der Sonne, spürte man ihre Kraft trotz zeitweiligem Wind. Die Sicht auf den Simplonpass und die umliegenden Schneeberge machten sprachlos. Bravourös meisterten die Teilnehmenden den Aufstieg. Dieses Mal herrschte ein munteres Treiben am Berg: Ein Skitourenrennen fand statt. Kein Problem für «Schneeschuh-Tourende», denn: Wir hatten unsere eigene Spur. Die gute Schneeschuhspur leitete uns zur Wasenalp. Die Panoramafenster boten ganz im Gegensatz zur ersten Tour einen herrlichen Blick ins Tal und auf die umliegenden Berge. Man genoss das Dessert und den Hauskaffee. Die soeben eroberte Goldmedaille an der WM beflügelte alle auf der letzten Etappe dieser wunderbaren Wanderung. Ein Dank an die Teilnehmenden: Ihr habt die Herausforderungen an diese schwere Tour super gemeistert.
Text: Hans-Peter Truttmann, Kurt Hostettler, Michael Ritter
Bild: Hans-Peter Truttmann
Auf dem Grimmialp-Trail, 1. Februar
Eine traumhafte Winterlandschaft unter blauem Himmel: Dies wurde an der Schneeschuhtour geboten, die auf die Grimmialp im Diemtigtal verlegt worden war. Zuhinterst im grössten Seitental des Simmentals führte die Rundwanderung über Alpweiden mit fantastischen Ausblicken auf die umliegenden Berge, wozu das Sehhore, der Fromattgrat, die Spillgerte und das Rothore gehören. Entlang dem Senggibach und durch den Nideggwald, ging es hoch in Richtung Stiereberg. Der Abstieg führte über die verschneiten Hänge der Nidegg zurück zur Grimmialp. Als Belohnung konnten die Teilnehmenden einen grossartigen Ausblick in den Naturpark Diemtigtal geniessen.
Text: Godi Huber
Bild: Anita Kiener
Bärzelistag-Wanderung, 2. Januar 2025
Die Wandersaison der Berner Wanderwege ist eröffnet! Zur traditionellen Bärzelistag-Wanderung traf man sich in Thörishaus. Eine gutgelaunte Wandergruppe wartete gespannt auf das, was kommen sollte. Petrus spielte auch mit, er wartete mit der Wetteränderung, bis alle zu Hause sind. Der Scherligraben, das erste Highlight, überraschte mit wunderbarem Winterwald und dem Plätschern des Scherlibaches. Herdenschutzhunde waren an der Arbeit. Wir fragten uns, ob sie vielleicht mitwandern möchten? Es wäre sicher interessanter als Alpakas zu bewachen. Der erste Tunnelgang bei der Trinkpause animiert einige dazu, den Durchgang zu wagen. Kurz darauf der Zweite. Nur geschaffen für Kinder. An der Grabenmühle vorbei und an die Sonne. Von Weitem grüsste das Schulhaus Mengestorf, das zur Schule Sternenberg gehört. Mengestorf, mit seinen rund 100 Einwohnern, punktet mit unter Denkmalschutz stehenden Häusern. Die meisten wurden vor über 100 Jahren erbaut. Die Zeiger der Uhr näherten sich der Mittagszeit. Eine einsame Waldhütte bot sich zur Pause an. Bindenhaus hiess der nächste interessante Bauernhof. Honig, Eier und Schoggihärzli warten dort darauf, gekauft zu werden. Ein paar Teilnehmende verabschiedeten sich zur nahe gelegenen Bahnstation Moos. Bei der Tubetränki, was für ein kurliger Name, wurde noch einmal Kraftstoff für die letzten Wandermeter getankt. Im Fischermätteli, der Name bezieht sich auf die Berner Familie von Fischer, endete die kurzweilige Premierenwanderung 2025. Obwohl sich der Weg teilweise eisig präsentierte, konnte der Anlass unfallfrei durchgeführt werden. Herzlichen Dank an die Teilnehmenden. Wir freuen uns auf das nächste Mal.
Text: Hans-Peter Truttmann, Fritz Brönnimann
Bild: Hans-Peter Truttmann
Goldiwil trifft Supernova, 24. April
Unsere erste Wanderung zum Motto «Auf goldenen Spuren» startete in Goldiwil. Bereits der Start versprach einen besonderen Tag, denn treffender hätte der Ausgangspunkt kaum sein können. Und weil bekanntlich Morgenstund Gold im Mund hat, machten wir uns früh und gut gelaunt auf den Weg.
Die Route führte uns bald stotzig aufwärts zur Winteregg und auf die Egg. Belohnt wurden wir mit herrlichen Ausblicken. Bei besten Wetterbedingungen und klarer Sicht sahen wir über das ganze Mittelland hinweg zum Jura auf der einen Seite. Auf der anderen Seite präsentierte sich uns das beeindruckende Panorama der Berner Alpen. Davon kann man sich nie satt sehen! Ein weiterer Höhepunkt war der Abstecher auf den Vesuv mit seinem eindrucksvollen Ausblick über den Thunersee und in die Alpen. Während unserer Mittagsrast beim idyllisch gelegenen Niesenbänkli genossen wir nicht nur unsere Verpflegung, sondern auch wieder die wunderbare Aussicht auf die umliegende Bergwelt. Es war ein Moment zum Durchatmen, Austauschen und Geniessen.
Doch die faszinierende Frage bleibt: Woher stammt eigentlich das Gold, das uns seit Jahrtausenden begeistert? Die Antwort liegt buchstäblich in den Sternen. Im Planetarium der Sternwarte Sirius erfuhren wir vom Astronomen Marcel Prohaska in einer spannenden Spezialvorführung auf eindrückliche und anschauliche Weise, dass Gold bei gewaltigen kosmischen Ereignissen entsteht und so seinen Weg auf unsere Erde fand. Doch vor dem Eintauchen in die Geheimnisse des Universums, bereiteten wir uns mit einem Drink, gespickt mit «22 karätigen Goldflittern» auf die Begegnung mit der Supernova vor.
So verband dieser Tag auf wunderbare Weise Natur und Bewegung mit Geselligkeit und Wissenswertem. Die Wanderung wurde ihrem Motto in jeder Hinsicht gerecht und wird uns hoffentlich noch lange in goldener Erinnerung bleiben.
Text und Bild: Anita Kiener
Parc du Doubs, 11. April
Nachdem im Mittelland noch der Nebel regierte, erwartete uns im Jura, genau genommen im Juradorf Lajoux, die Sonne. Die vorhergegangene «Rundfahrt» zeigte die verschiedenen Facetten der Jurahöhen mit Wytweiden und Wettertannen – nur die Pferde fehlten. Das einladende Bistro gleich bei der Bushaltestelle links liegen zu lassen, wäre schon allein wegen der freundlichen Bedienung unvernünftig gewesen. Kurz ging es der Strasse entlang und seltsame Felder warfen Fragen auf. Aufklärung gab es schon bald: Es handelte sich um eine umweltfreundliche, pflanzenbasierte Abwasser-Reinigungsanlage. Durch die nun folgende Combe des Beusses führte der Weg nun übergangslos in eine weitere, namenlose, Schlucht und ein wahres Bijoux erwartet uns! Es wurde enger und schmaler. Umgestürzte Bäume und hohe Felstürme säumten den Weg. Bemooste Steine und Totholz erinnerten an einen Märchenwald. Hindernisse auf dem Weg wurden bravourös gemeistert. Bei der Mittagsrast auf grüner Wiese weitete sich der Blick in den weitläufigen Jura. Der Frühling hielt auch hier Einzug. Langsam näherten wir uns wieder der Zivilisation. In Undervelier wurden einige Szenen für «Wilder», eine Fernsehserie der SRG, gedreht. Der schmale Weg führte nun der La Sorne entlang. Steile Felszähne luden Wagemutige zum Klettern ein. Bei Berlincourt endete die idyllische Flusswanderung, die nur ab und zu von Motorradlärm gestört wurde. Nun noch das Schlussbouquet: Die letzten Kräfte wurden mobilisiert, um die 116 Höhenmeter zu überwinden. Ein Donnergrollen liess den Blick in den Himmel schweifen. Doch wir waren zeitlich gut unterwegs und liessen das Gewitter hinter uns. Beim letzten Abstieg winkte uns schon das Tagesziel, Glovelier. Es blieb noch Zeit, die Wanderstöcke zu verstauen, dann transportierte uns die SBB nach Hause. Ein weiterer erlebnis- und abwechslungsreicher Wandertag – genauso wie ein Teil des weitläufigen Jurabogens – bleibt sicher in guter Erinnerung.
Text: Hans-Peter Truttmann, Godi Huber
Bild: Godi Huber
Winterzauber Sparenmoos, 31. Januar
Auf einem Hochplateau oberhalb von Zweisimmen befindet sich das Sparenmoos. Die Landschaft fasziniert mit ihrer fast endlosen Weite, einer stillen Schönheit und einem grossartigen Ausblick ins Simmental und in die Berner Alpen. In den sanften Hügeln boten die Berner Wanderwege Ende Januar eine geführte Schneeschuhtour an. Die grosse Teilnehmerschar gelangte mit dem Bus vom Bahnhof Zweisimmen zum Berghotel Sparenmoos. Von dort führte die abwechslungsreiche Rundtour in gut zwei Stunden durch Moorlandschaften, die Frau Holle kurz zuvor in eine märchenhafte Winterlandschaft verwandelt hatte. Die Sonne strahlte, Schneekristalle glitzerten, so schön kann Winter sein! Abgerundet wurde das einzigartige Erlebnis durch die Einkehr im Alpbeizli Site Alp.
Text: Godi Huber
Bild: Marie-Theres Meyer
Schwarzenbühl, 17. & 25. Januar
Beim Start in Riffenmatt deuteten die auf dem Rucksack aufgeschnallten Schneeschuhe an, dass die bunte Gruppe auf der Suche nach der weissen Unterlage sein könnte. Nach circa 45 Minuten «Trockentraining» wurde man fündig. Es stellte sich heraus, dass die Schneeschuhe an den Schuhen leichter sind als auf dem Rücken – und da der Waldweg teilweise vereist war, gaben sie auch sicheren Halt. Spuren von Menschen wechselten sich ab mit Tierspuren. Reh, Hase, Hirsch und Luchs gaben sich in der Nacht ein Stelldichein. Beim Wandern durch «i de Beder» öffnete sich die Landschaft. Beim Hohgant startete das Panorama und endete beim Chasseron. Bevor die steile Rampe zum «Hubel» in Angriff genommen wurde, tankte man noch Energie. Nun konnte die «Schneeschüeler» nichts mehr aufhalten. Man näherte sich dem Ziel: Schwarzenbühl im Skigebiet Selital. Bis zur Abfahrt des Schneebusses nach Schwarzenburg erfreute man sich nochmals an der wunderbaren Aussicht. Acht Tage später war es dann auch um die letzten Schneereste zwischen Riffenmatt und Schwarzenbühl geschehen. Nach ein paar Rekos entschied die Wanderleitung die zweite Schneeschuh-Tour nach Sörenberg zu verlegen. Ein weiser Entscheid! Vom Start an bei der Talstation der Rothornbahn konnte man Spuren ziehen. Eine kurze Waldpartie mit wenig Schnee konnte mit den Brättli bewältigt werden. Der anspruchsvolle Aufstieg zur «Chli Witi» war jedoch frei von Schnee, sodass wir unsere Sportgeräte am Rucksack verstauten. Oben angekommen konnte man sich an einer geschlossenen weissen Unterlage erfreuen. Am höchsten Punkt der Tour, Jänzimatt, machte man Mittagspause. Die Aussicht und die wärmende Sonne waren mit dem Aufstieg mehr als verdient. Der nächste Teil der Wanderung zum Parkplatz Glaubenbielen punktete mit zum Teil tiefem Pulverschnee. Im Osten grüsste die Zentralschweiz unter einer Nebeldecke. Eine genussvolle Wanderung quer durch die Landschaft führte zum Winterwanderweg, der uns bis zum Tagesziel, Sörenberg Platz, mit mehr oder weniger Schnee begleitete. So konnten alle angemeldeten Teilnehmende trotz nicht gerade üppigen Schneelagen zwei interessante Touren erleben.
Text: Hans-Peter Truttmann, Jürg Zwahlen
Bild: Gaby Strahm
Bärzelistag-Wanderung, 2. Januar
Die Bärzelistag-Wanderung läutete auch 2026 den Start in die Wandersaison der Berner Wanderwege ein. Dieses Mal traf man sich in Zofingen, um den Aargau zu erkunden. Drei Täler und zwei Hügel warteten auf die top motivierte Gruppe. Zu Beginn wanderte man durch die Altstadt, die als eine der schönsten in der Schweiz gilt. Die Rampe zum Heiterenplatz brachte den Körper auf Betriebstemperatur. Die einst als Exerzierplatz konzipierte Fläche wird heute für diverse Freiluftanlässe gebraucht. Der steife Westwind trieb uns in den Wald. So durften wir in windgeschützter Lage bis zur Ruine Bottenstein weiterziehen. Bottenwil wurde nonstop durchwandert. Dem kühlen und windigen Wetter geschuldet, war keine ausgedehnte Mittagspause möglich. Eine kurze Verpflegungspause am Waldeingang reichte, um den letzten Übergang vom Uerkental ins Suhrental problemlos zu bewältigen. Der Liebespfad begleitete uns bis zum Ziel. Mit Aarau Verkehr, früher Suhrentalbahn, verliessen wir Schöftland, um via Aarau die Homebase zu erreichen. Der Start ins Jahr 2026 war gelungen. Herzlichen Dank den Teilnehmenden. Es darf so weitergehen!
Text: Hans-Peter Truttmann, Fritz Brönnimann
Bild: Gaby Strahm
Schlusswanderung, 16. November
Die Schlusswanderung ist ein Anlass, der immer viele Interessierte anlockt. Eine erwartungsvolle Gruppe startet in Mülenen im Kandertal zur Wanderung der Kander entlang nach Frutigen. Der Wettergott zeigte sich gnädig (genau wie der Föhn), kein Tropfen fiel. Gespräche kamen in Gang, viele hatten sich seit langem nicht mehr gesehen. Die Zeit flog vorbei, das Ziel kam immer näher. Das Rauschen der Kander bildete ein angenehmes Hintergrundgeräusch. Das Team um Familie Hossmann im Hotel/Restaurant Simplon erwartete uns schon. Im schön aufgedeckten Theatersaal wurden die Sitzplätze in Beschlag genommen. Aus gesundheitlichen Gründen konnten nicht alle mitwandern, doch auch das Essen und Diskutieren waren Grund genug, um sich für die Schlusswanderung anzumelden. Anstossen, fragen «Wie geits?» – ein steter Geräuschpegel füllte den Raum. Genau so, wie es sein sollte! Erst beim Servieren der Suppe wird es einen Moment ruhiger. Mit den verschiedenen Menüs schwirrte das Servicepersonal durch die Tischreihen. Und schon wieder drehten sich die Zeiger der Uhr viel zu schnell. Es hiess Abschied nehmen, mit guten Wünschen wurde nicht gespart. Mit schönen Erinnerungen und interessanten Gesprächen endete ein erlebnisreiches und unfallfreies Wanderjahr. Zum Schluss einen herzlichen Dank an alle, die dazu beigetragen haben, besonders meinen Kolleginnen und Kollegen des Wanderleiter-Teams.
Text: Hans-Peter Truttmann
Bild: Anita Kiener
Dert änet em Bärgli im Trub, 28. September
Der Pilgerort Luthern Bad empfing uns mit Nebel, Kälte – und ohne Startkaffee. Ein echter Kaltstart! Doch was soll’s – nach kurzer Besichtigung der Wallfahrtskapelle, des Badbrünnli und dem Jakob Minder Kreuz ging es los. Bald schon wärmten uns die Höhenmeter Richtung «änet das Bärgli» auf, der Puls stieg und mit ihm die Stimmung. Die Sicht blieb vorerst bescheiden – grau in grau stapften wir «obsi drus». Doch dann, oben auf dem Niederänzi das grosse «Ah!» und «Oh!»: Der Nebel riss auf, und vor uns breitete sich das einmalige Panorama über die verschneiten Berner Alpen aus. Jede Anstrengung war sofort vergessen. Nach einer kurzen Verschnaufpause führte der Weg sanft hinunter – bevor die nächste Steigung auf das Hochänzi rief. Oben belohnte uns die klare Sicht über die sanften Eggen und Höger des Emmentals bis zu den weissen Bergketten im Süden. Ein wahrer Postkartenmoment! Über den Lushüttetritt lockte bald schon die Lushütte zur Mittagsrast – Picknick aus dem Rucksack oder, für die Geniesser:innen, Kaffee und Nussgipfel. Gestärkt ging es weiter über den Geissgrat, Hohmattgätterli und Schynezingge zur nächsten Aussichtspause auf dem Staufechnubel. Der Weitblick zeigte sich nochmals von seiner schönsten Seite, bevor uns der Abstieg die Weitsicht verwehrte. Schliesslich erreichten wir via Oberstaufen, Unterstaufen und Klosteregg unser Ziel Trub – müde, aber glücklich über diesen herrlichen Wandertag und die geleisteten Höhenmeter. Und weil jede gute Tour einen würdigen Abschluss braucht, stimmten wir beim Warten auf den Bus noch fröhlich den «Truberbueb» an – zur Freude der Umstehenden, welche unsere Einlage mit herzlichem Applaus verdankten. Ein Tag voller Bewegung, Aussicht und guter Stimmung – genau so lieben wir es! Schön war’s – und eine weitere schöne Hommage an das Schweizer Volksliedergut obendrein.
Text: Anita Kiener, Simon Johner
Grenzenlos wandern 4, Appenzellerweg, 6.–7. September
Für die letzte Wanderung zum Thema «Grenzenlos wandern» reisten wir in die Ostschweiz mit Start im Kanton Appenzell Innerrhoden. Ein alter Pilgerweg verbindet die Schweiz mit Vorarlberg. Er dient zugleich als «Zubringerweg» für den Jakobsweg. Ein Alpabzug verzögerte den Start zu dieser Zwei-Tageswanderung. Im Rücken die Sicht auf den Alpstein, voraus die Streusiedlung Eggerstanden. Trinkpause und Freude, dass die Nachzügler aufgeholt haben (Bahnstörung). Der Aufstieg endete bei der Kapelle Bildstein. Zeit für eine Mittagspause vor dem anschliessenden Abstieg zur Kristallhöhle Kobelwald. Der Übertritt unterwegs ins St. Gallische erfolgte ohne Kontrolle. Die Besichtigung der Höhle mit Führer war organisiert. Leider blieb für die zweite Gruppe nicht mehr viel Zeit, die ausgebaute und beleuchtete Höhle zu erforschen. Auf dem neu gestalteten Dorfplatz in Kobelwald endete der erste Wandertag. Mit dem Bus zum Bahnhof und die letzten Meter zum Hotel. Der freundliche Empfang und das perfekte Nachtessen liessen den langen Tag vergessen. Morgenessen geniessen, Sandwich fassen und Tee abfüllen: Der zweite Wandertag startete gutgelaunt. Eine kurze Busfahrt bis Start des Weiterweges auf dem Weg Nr. 44. Zum Aufwärmen wartete die Steigung zum Blattenberg. Man erfreute sich an der Aussicht über das Rheintal und nahm zugleich die Erklärung über den Ribelmais auf – Wandernde sind multitaskingfähig! An der Burgruine Blatten vorbei wartete schon die Landesgrenze. Grenzenlos wandern über den Rhein. Keine Formalitäten erschwerten den Weiterweg, nun über Vorarlberger Wanderwege. Fast wollte man liegenbleiben bei den Liegestühlen und Hängematten. Zehn Minuten geniessen! Ein Naturdenkmal in Form einer gewaltigen Eiche säumte den Weg zum Badestrand am Baggersee. Picknick und ein «Schwumm» standen auf dem Programm. Erholt und vom Sandwich gestärkt, wartete die nächste Etappe. Rankweil erwartete uns. Es war Zeit einzukehren, den Durst zu löschen und die Basilika hoch über dem Zentrum zu bewundern. Das letzte Teilstück punktete noch einmal mit Waldwegen und Singletrails. Beim Schloss Amberg gab es für uns noch einmal erfrischendes Brunnenwasser, während im Schloss Wein degustiert wurde. Feldkirch, wir kommen! Gefragt war nun Glace in allen Formen bis zur Abfahrt des Linienbusses. Aber nur VOR dem Bus geniessen!! Herzlichen Dank an alle Teilnehmende für das gelungene Wochenende. Ihr seid spitze! Wir freuen uns auf ein nächstes Mal.
Text: Hans-Peter Truttmann, Marie-Theres Meyer
Bild: Marie-Theres Meyer
Katzensprung Nr. 4: Chatzestyg, 31. August
Gefräßig sind sie – die Tausenden Seidenraupen, die kurz davor stehen, sich in ihren Kokon einzuspinnen. Im Untergeschoss des Hauses von Bettina Clavadetscher und Ueli Ramseier auf dem Bergfeldhof in Hinterkappelen fressen die Raupen unablässig und praktisch rund um die Uhr die ebenso unablässig herbeigeführten Blätter des weissen Maulbeerbaums. Zwei Wandergruppen der Berner Wanderwege kamen in den Genuss einer exklusiven Führung durch die Seidenraupenzucht auf dem Bergfeldhof. Ueli Ramseier zeigte zuerst die eindrückliche Maulbeerplantage oberhalb von Hinterkappelen und erzählte uns, wie er als Pionier die Seidenraupenzucht wieder in die Schweiz brachte und mit welchem umfangreichen Wissen, welch grosser Arbeit und Umsichtigkeit ein solches Projekt gelingen kann. Im Anschluss an die Führung durch die Anlage erfuhren wir im Bergfeldhof, wie aus den gigantischen Mengen an Maulbeerblättern Futter für die gefrässigen Raupen wird, wie diese sich wiederum verpuppen und die begehrten Seidenkokons bilden. Und schliesslich durften wir noch einen kurzen Blick aus der Distanz in die «Stube» der Raupen werfen, die sich zuverlässig und schnell durch ihre Larvenphasen fressen. Eindrücklich ist vor allem auch mit welcher Leidenschaft und Hingabe Bettina und Ueli sich dieser grossen Aufgabe widmen. Und schliesslich konnten wir gar noch edle Produkte bestaunen oder kaufen, die aus der uralten Kunst der Seidengewinnung oder einfach aus den Maulbeerbäumen entstanden sind: Seidentücher, Seifen, Schnaps, Tee, Eistee und mehr. Ja, und gewandert sind wir natürlich auch noch. Von Hinterkappelen aus über den Wohlenberg hinunter nach Wohlen, über die Wohleibrügg und den kurzen, aber anstrengenden Chatzestyg hinauf nach Frauenkappelen, wo zweimal ein schöner Wanderhalbtag und ein äusserst interessanter Besuch der Seidenraupenzucht ihren Abschluss fanden: einmal am Mittag für die erste Gruppe und einmal am Abend für die zweite Gruppe. Und das alles bei schönstem Spätsommerwetter.
Text und Bild: Simon Johner
Schöne Dörfer und viel Wasser, 9. August
An einem hochsommerlichen Tag mussten 23 Teilnehmenden unter der Leitung von Hansruedi Kull und Guy Schneider mit grosser Hitze rechnen. Nach der Fahrt mit dem Tram Littorail von Neuenburg nach Boudry begaben wir uns zuallererst zum Bistro «Code Bar». Nach der ersten Stärkung stiegen wir durchs malerische Dorf bis zum Schloss hinauf. Vorwiegend im Wald wanderten wir dann dem Fluss Areuse entlang bis zu dessen Mündung in den Neuenburgersee. Dort gab es eine schattige Trinkpause. Von da an ging es vorwiegend wieder durch Wald dem See entlang bis nach Auvernier. Vor dem Dorf genossen wir das mitgenommene Picknick. Es reichte noch gut zu einer Besichtigung des schönen Dorfes mit seinen alten stattlichen Häusern und dem Schloss. Inzwischen war es im Dorf besonders heiss geworden. Die meisten erfrischten sich mit einem kalten Getränk oder einer Glace in einem Restaurant nahe dem Bahnhof des Littorail.
Text und Bild: Hansruedi Kull
Wandernacht, 12. Juli
Bei warmen, sonnigen Bedingungen startete die 21-köpfige Wandergruppe um 20.00 Uhr in Tavannes. Kurz ging es durch das Dorf, dann waren wir schon in der Natur. Der Weg wurde steil. Nach neunzig schweisstreibenden Minuten erreichten wir genau zum Sonnenuntergang Le Brahon. Es war ein wunderschöner Anblick. Nach der Sonnenuntergangspause zogen wir weiter. Es wurde immer dunkler. Das helle Jurakies auf den Wegen leuchtete uns den Weg über Wertberg weiter bis zur Cabanne La Rochette, wo um 23.00 Uhr Halt gemacht wurde. Der Vollmond schaute rot hinter dem Wald hervor. Diese stärkende Pause war nötig, denn der Weg war noch lang. Kilometer um Kilometer wanderten wir nach der Pause auf über 1250 m ü. M. Der Vollmond stieg höher am Himmel und wurde allmählich gelb, einzelne harmlose Wolken sorgten für mystische Stimmung. Sogar Sternschnuppen konnte man vereinzelt sehen. Es war zauberhaft. Plötzlich, kurz vor dem Gedenkstein von Willi Ritschard, ertönte Musik: ein Schwyzerörgeli. Zudem brannte in der schönen Feuerstelle beim Gedenkstein ein loderndes Feuer. Alles lief wie geplant. Nach der gemütlichen Pause mit Gesang zog die Gruppe weiter zum Sonnenaufgang auf der Wandfluh, wo sich wieder ein zauberhafter Anblick bot. Es folgte der Abstieg zum Bergrestaurant Bettlachstock. Dort wartete ein Frühstücksbuffet par excellence. Ein Dank gilt Céline und Marc, die extra so früh am Morgen ihr Restaurant geöffnet haben. Die letzten anderthalb Stunden zum Bahnhof Bettlach gingen nochmal etwas in die Beine. Als die 600 Höhenmeter Abstieg geschafft waren, konnte man die Glückshormone spüren. Am Ende waren fast 14 Stunden, weit über 50 000 Schritte, seit dem Aufbruch in Tavannes vergangen. Es war für alle ein unvergessliches Erlebnis.
Text: Michael Ritter
Bild: Michael Ritter
… wo ds Vogulisi wär, 14. Juni
Nach einer schwülen Sommernacht im Unterland war der erste Atemzug in Adelboden wie ein frischer Neustart: kühl, klar – bergig eben. Kaum aus dem Bus gestiegen, machte sich Vorfreude breit. Vor uns lagen rund 1000 Höhenmeter, doch vorerst gönnten wir uns einen Kaffee und ein paar Minuten Ankommen in der alpinen Welt. Der Weg führte uns zunächst gemütlich dem Gilbach entlang bis nach Geils. Der Aufstieg auf den Nassberg brachte weitere Höhenmeter – mit ihnen wurde es stiller und die Schritte konzentrierter. Eine kurze Pause mit Getränk und Snack stärkte uns und schon bald hallte der erste «Vogulisi»- Ruf durch die Bergwelt. Spannend, wie sehr sich Wahrnehmung und Wirklichkeit unterscheiden: Viele hielten das Lied für ein altes Volksgut – erstaunt darüber, dass dieses in einer Bar entstanden ist und moderner als von manchem gedacht. Der Stimmung tat das keinen Abbruch, im Gegenteil: Mit vereinten Stimmen wurde der Gassenhauer zum verbindenden Element auf unserer Wanderung. Je höher wir stiegen, desto weiter wurde die Aussicht. Über den Grat des Hüendersädel öffneten sich spektakuläre Blicke auf die umliegenden Gipfel. Der Weg ist gut begehbar, aber verlangt Trittsicherheit und ein wenig Kondition. Dafür wird man mit immer neuen Ausblicken belohnt, mit der Ruhe eines faszinierenden Tals und dem Gefühl, einer uralten Geschichte ganz nahe zu sein. Unter dem Luegli und dem Rägeboldshorn lagen letzte Schneereste. Davor blühten noch einzelne Krokusse und Soldanellen – fast schüchtern wirkend neben dem blauen Meer der Enziane, denn der Bergfrühling zeigte sich von seiner prachtvollsten Seite! Die Blumen begleiteten und begeisterten uns bis nahe ans Höchsthorn. Im Bütschitäli, inmitten der wilden Steinlandschaft machten wir Mittagspause. Dort, wo einst die Kräuterfrau gehaust haben soll. Hier hörten wir die Sage des «Vogulisi» und natürlich durfte auch das Lied ein weiteres Mal nicht fehlen. Der folgende Gegenanstieg Richtung Höchst hatte es in sich. Doch bald schon wurden wir belohnt: Die Sicht öffnete sich erneut, diesmal auf die Entschligefälle und den mächtigen Wildstrubel. Welch ein Finale! Kurz vor vier – alle müde, aber glücklich – schwebten wir mit der Höchstbahn talwärts. Ein letzter Spaziergang zurück in den Gilbach, wo wir noch immer umgeben von der herrlichen Bergkulisse bei einem Gelati oder einem kühlen Getränk den Tag abrunden. Und am Ende dieses Wandertages bleibt ein Gefühl der Dankbarkeit – für die Schönheiten der Natur und des Augenblicks, für die wilde, unberührte Landschaft und für die kleinen Legenden, die Wege wie diesen zu etwas Besonderem machen. Vielleicht war es der Geist des Vogulisi, der uns begleitete. Oder einfach nur der Zauber des Bütschitäli, der noch lange nachklingt.
Text: Anita Kiener, Susann Trachsel, Hans-Peter Truttmann
Bild: Susann Trachsel
Grenzenlos wandern Nr. 2, 11. Mai
Der Frühling beziehungsweise Vorsommer meldete sich wieder zurück. Am Anfang der Woche war es noch unangenehm kühl, doch am Tag der Wanderung gab die Basler Sonne ihr Bestes. Eine Drei-Land-Wanderung stand auf dem Programm; die Schweiz, Deutschland und Frankreich wurden «bewandert». Die flinke Bedienung im Restaurant Schweizerhaus in Riehen flitzte mit und ohne Tablett um die Ecke – Training pur. Vielen Dank auch für die Basler Läckerli vor dem Kaffee! So gestärkt starteten wir, um kurz darauf beim ältesten Postkasten den Ausführungen von Marie-Theres zu lauschen. Zur Kontrolle, ob dieser «Basler Dybli» noch funktioniert, wirft die Wanderleitung einen Brief ein. Kommt er an? Ihr werdet es vernehmen. Dem Wiesendamm entlang, mehrheitlich im Schatten, zeigte sich die nächste Überraschung. Eine künstliche Filteranlage reinigte das Wasser des Naturbades. Die Handschrift von Herzog & de Meuron ist unverkennbar. Nun stand der Aufstieg auf dem Riehener Weinweg an. Bei der Ottilienkirche in Obertüllingen löschte man den Durst und genoss dabei die Aussicht auf die Region Basel. Durch Wald und Weinberge erreichten wir das ART-Dorf Ötlingen. An den Hausfassaden sahen wir, warum «ART». Überall finden sich Kunstwerke – an den Häusern und in den Gärten. Im Schatten der grossen Weinpresse genossen wir den Mittagshalt. Haltingen, das nächste Winzerdorf, durchquerten wir zügig, um beim Eingang zum Krebsbachtal nochmals einen Trinkhalt einzulegen. Von Verkehr und Industrie umzingelt, zeigte sich das Naturschutzgebiet als kleine Oase. Mit einem Froschkonzert verliessen wir das lauschige Tal. Schon bald holte uns die Zivilisation endgültig ein. Die Dreiländerbrücke in Weil am Rhein verbindet das deutsche Einkaufsdorf mit dem elsässischen Huningue. Ruhig lag der Rhein in seinem Bett, keine Lastkähne teilten sein Wasser. Es herrschte Sonntagsruhe. Dem französischen Ufer entlang, zusammen mit joggenden, velofahrenden und nachmittagsbummelnden Weltbewohnern, wanderten wir wieder in die Schweiz. Bei der Dreirosenbrücke endete diese abwechslungsreiche Wanderung durch drei Länder. Herzlichen Dank an alle Teilnehmenden für die gute und gelöste Stimmung während des ganzen Wandertages.
Text: Hans-Peter Truttmann, Marie-Theres Meyer
Bild: Marie-Theres Meyer
Schattmatt, 24. April
2024 konnte die zweite Auflage der Schattmatt wegen Wetterkapriolen leider nicht durchgeführt werden. In diesem Jahr enttäuschte uns Petrus allerdings nicht. Als Vorlage der Krimiwanderung diente der Roman «Die Schattmattbauern» von C. A. Loosli, dem Philosophen von Bümpliz. Die Geschichte ist fiktiv im Emmental angesiedelt – das erklärt die Wanderung von Krauchthal nach Burgdorf. Beim Startkaffee wurde gerätselt, wie die «Literarische Wanderung» abläuft. Gestärkt und gespannt ging es also los zum ersten der insgesamt vier Vorleseposten. Das Ziel war es, dass die Teilnehmenden einen Überblick über die Handlung erhalten und vielleicht sogar den ganzen Roman lesen möchten. Den ersten Aufstieg meisterten alle mit Bravour. Nach jedem Aufstieg folgte auch ein Abstieg. An blühenden Kirschbäumen vorbei ging es ins Luterbachtal. Der nächste steile Aufstieg wurde mit einer herrlichen Aussicht auf die Alpen belohnt. Uneinigkeit herrschte bei der Bestimmung der verschiedenen Gipfel, doch schlussendlich wurde man sich einig. Nach der Vorlesung beim Mittagshalt auf der Wasenegg stieg die Spannung, denn beim nächsten und letzten Halt in Oberburg wartete die Auflösung. Zum Abschluss dieser Krimiwanderung gab es noch einen kurzen Trinkhalt bei den Sandsteingruben. Ich glaube, einige von den Teilnehmenden werden sich die ganze Geschichte noch ausführlich zu Gemüte führen – womit eines der Ziele dieser Wanderung erreicht wäre! Herzlichen Dank an alle!
Text: Hans-Peter Truttmann, Simon Johner
Bild: Simon Johner
Bärnbiet du mi liebi Heimat, 4. April
Bei traumhaftem Frühlingswetter machten sich 31 wanderfreudige Teilnehmerinnen und Teilnehmer zur ersten thematischen Wanderung rund ums Schweizer Volksliedergut auf den Weg ins Grauholz – ein geschichtsträchtiges Gebiet, wo sich heute moderne Verkehrsachsen wie die Autobahn A1 (Eröffnung 1962) sowie der Grauholztunnel der SBB (seit 1995, 6295 Meter lang) durch das Gelände ziehen. Vom Bahnhof Zollikofen aus führte uns der Weg durch den Meielewald an den Waldrand, von wo sich ein eindrücklicher Blick über die A1 mit dem Rastplatz und dem Panorama der Berner Alpenkette im Hintergrund bot. Bald erreichten wir die Autobahnbrücke, die mit Kunst überraschte, und tauchten ein in die Sage vom Riesen Botti, dessen sagenumwobenes Grab wir besichtigten. Weiter ging es über Waldwege, vorbei an den Lebensräumen der Glögglifrösche, und steil über eine Treppe hinauf zum Schwarzchopf. Der schmale Waldpfad, der uns weiterführte, wirkte fast verwunschen, bevor er uns oberhalb des Wysshüsi wieder an einen Waldrand brachte. Genau hier lebte und wirkte Jakob Ummel, der Schöpfer der inoffiziellen Berner Hymne «Bärnbiet, du mi liebi Heimat». Am Ort, der Köbu einst inspirierte, lauschten wir seinem Lied, betrachteten die Landschaft mit seinen Augen und erfuhren vieles über sein Leben und Wirken. Wegen Holzerarbeiten wurde der ursprünglich geplante Weg von der Wanderleitung bereits umgeplant, um auch so zum charmanten Sädelbachhüttli zu gelangen. Am gemütlichen Platz zur Mittagsrast erwartete uns auch ein wohlverdienter Apéro mit Bärner-Späckzüpfe – passender hätte es kaum sein können. Danke dem Lieferdienst! Nach der zufriedenen Mittagspause ging es weiter zum Flüeli, einem tollen Aussichtspunkt über Schönbühl. Unter uns das Shoppyland, die Kaserne und der Moossee, dahinter das Panorama der gesamten Jurakette. Der Abstieg Richtung Schönbühl musste ebenfalls etwas angepasst werden – diesmal wegen militärischer Schiessübungen. Doch auch diese Wege führten uns sicher zurück, und bald standen wir auf der alten Zürich-Bern-Chaussée. Einst repräsentativ, ist von ihr heute nur ein unscheinbares Schottersträsschen übrig. Doch die Geschichte lebt hier weiter. Nach reichlich frischer Luft, bewegenden Geschichten, wunderbaren Liedern und guter Gesellschaft erreichten wir den Bahnhof Schönbühl – erfüllt von einem rundum gelungenen Tag.
Text: Anita Kiener, Fritz Brönnimann
Fondue-Tour, 2. März
Es war Fonduezeit und perfektes Wetter, um mit Schneeschuhen das Gebiet um den Jaunpass zu erforschen. Glücklicherweise lag genug Schnee, was in den vergangenen Jahren nicht immer der Fall war. Startkaffee geniessen, Toilette aufsuchen, Fondue-Material auf Gruppen verteilen, Schneeschuhe anschnallen – so das Startprozedere. Dazu wurde Sonnencreme aufgetragen; die Sonne sollte uns den ganzen Tag begleiten. Man genoss die imposante Landschaft zuerst auf dem Winterwanderweg, nachher auf dem Trail. Waldpartien wechselten sich mit offenem Gelände ab. Zum Teil leistet die Sonne ganze Arbeit – dennoch sind die aperen (also schneefreien) Stellen nur selten. Der einzige namhafte Aufstieg führte in einen traumhaften Winterwald. Es dauerte nicht mehr lange und die im Winter geschlossene Alphütte Bäderalp zeigte sich am Horizont: Der ideale Platz, um den Käse zu erhitzen und sich das Fondue schmecken zu lassen. Nachdem alle Caquelons leer waren, konnte man noch ein wenig die wärmende Sonne geniessen. Die Zeiger der Uhr rückten leider viel zu schnell vorwärts. Es galt den Rückweg unter die Schneeschuhe zu nehmen. Ein kurzer Aufstieg noch fast am Schluss der Tour half über einen trockenen Abschnitt hinweg. Das Ziel war in Sicht und es blieb noch Zeit, bis zur Abfahrt des Busses die Fondue-Utensilien abzugeben. Dieser Tag in der herrlichen Bergwelt und mit einem super Fondue bleibt sicher in guter Erinnerung.
Text: Hans-Peter Truttmann, Jürg Zwahlen
Bild: Hans-Peter Truttmann
In den Freibergen, 2. Februar
Ein Prachttag erwartete uns nach dem Verlassen des Eisenbahntunnels in La Chaux-de-Fonds. Die Fahrt mit der roten CJ war wie immer ein Erlebnis. Am Startort in Saignelégier meldeten sich die letzten «Vermissten» zur Winterwanderung durch den Jura. Nebel hüllte am frühen Morgen die Landschaft ein, die weiss gepuderten Bäume zeigten es. Den Winter erahnte man nur im Schatten, die Wytweiden präsentieren sich frühlingshaft. Die Wanderung durch dieses abwechslungsreiche Gebiet wurde ergänzt durch kulturgeschichtliche Erklärungen der beiden Leiter. Auf dem Weg zum Highlight des Tages, dem Moorsee Etang de la Gruère, kreuzten wir Trockenmauern, historische Häuser und alte Verbindungswege. Wir waren nicht die einzigen, die dem Naturdenkmal einen Besuch abstatteten. Angenehm schlängelte sich der Weg dem Ufer entlang mit herrlichem Blick auf die gefrorene Wasserfläche. Langsam mutierte die Winter- zu einer Frühlingswanderung. Kurz trafen wir doch noch auf Schneereste und damit auf eine Möglichkeit die Schuhsohlen zu reinigen – was allerdings nicht viel nützte. Der weitere weg orientierte sich an der Langlaufsignalisation, die fast identisch ist mit dem Wanderweg. Der Kirchturm von Les Breuleux erschien am Horizont; somit kann das Dorf mit dem Bahnhof nicht mehr weit sein. Nochmal über die feuchte Wiese (wie war das mit Sohlenreinigung?) und das Tagesziel begrüsste uns. Herzlichen Dank an die Gemeinde Les Breuleux, dass sie für uns ein paar Schneehügel präpariert haben! Bis zur Abfahrt der CJ blieb noch Zeit, die warme Jurasonne zu geniessen. Eine gemütliche Winterwanderung ist nun schon wieder Vergangenheit.
Text: Hans-Peter Truttmann, Guy Schneider
Bild: Guy Schneider
Grenzenlos wandern Nr. 1, 12. Januar
Leicht geweisselt präsentierte sich das Vallée de la Brévine an diesem Sonntag. Die Bise erforderte mehrschichtige Kleidung. Eine Schneeschuhwanderung war geplant, doch aufgrund zu dünner Schneedecke wurde sie in eine Winterwanderung umfunktioniert. Gestartet in La Brévine standen wir schon bald am Grenzübergang zu Frankreich. Tafeln erzählen dort die Geschichte von Michel Holland, einem französischen Widerstandskämpfer. Wir blieben zunächst auf Schweizerboden. Trinkpause auf dem Grenzverlauf. Das Thema der Wanderung lautete «grenzenlos wandern»; eine ID-Kontrolle gab es nicht. Bewegten wir uns bis jetzt hauptsächlich im Winterwald, änderte sich nun die Szene: Die Sonne erwärmte die Glieder. Ein letzter Aufstieg zum Mont Châteleu und die Sicht öffnete sich über die Juratäler gegen Süden. Kurz ist der Abstieg zum Aussichtspunkt, der zugleich als Mittagspause genutzt wurde. Einigermassen windgeschützt gab es eine Picknick-Pause an der Sonne. Wir wanderten weiter, damit uns die Kälte nicht überfällt. Gemächlich senkte sich der blau/gelb-markierte Weg der Grenze entgegen. Der Übertritt war auch diesmal «grenzenlos»! Wieder durch den Wald, nun schon sonnendurchflutet, schlängelte sich der Trail dem Startpunkt bei der Busstation entgegen. Es blieb noch Zeit, um sich im gut besuchten Restaurant aufzuwärmen und einen Abschlusstrunk zu geniessen. Trotz wenig oder keiner weissen Unterlage war es ein gelungener Auftakt ins Winterprogramm der Berner Wanderwege. Herzlichen Dank an alle, die zur guten Stimmung beigetragen haben!
Text: Hans-Peter Truttmann, Jürg Zwahlen, Godi Huber
Bild: Hans-Peter Truttmann